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Du triffst jeden Tag mehrere 10 tausende Entscheidungen. Es fängt damit an, was du isst, was du anziehst, ob du zum Sport gehst usw. Manche können sich einfach nicht entscheiden und überdenken immer und immer wieder anstehende Entscheidungen. Sich auf’s Bauchgefühl verlassen kann der ein oder andere sogar gar nicht. In diesem Blogpost erfährst du wie du es schaffst, dich einfacher zu entscheiden. Ich stelle dir 5 grundsätzliche Tipps vor sowie 7 handfeste Methoden, die dir dabei helfen, dich endlich schneller zu entscheiden. 

 

Was ist eine Entscheidung überhaupt? 

Entscheidung heißt im englischen “DECISION” und stammt aus dem lateinischen von DE + CAEDERE (DE = von + CAEDERE = trennen). Das heißt, mit einer Entscheidung trennst du dich von jeder anderen Möglichkeit (zumindest für den Moment). Genau da liegt das Problem für viele Menschen: Mit jeder Entscheidung für etwas schließt du gleichzeitig andere Alternativen aus:

  • Du entscheidest dich für einen bestimmten Laptop und gleichzeitig gegen alle anderen Laptops.
  • Du entscheidest dich eine Person zu heiraten und schließt damit alle anderen möglichen Partner aus.
  • Du kaufst ein Haus und wirst vermutlich nicht das Geld haben dich noch für ein weiteres zu entscheiden. 

Wenn du Probleme hast, dich leicht zu entscheiden, dann wirst du dich vermutlich in diesen Fällen immer eher auf den damit verbundenen Verlust fokussieren anstatt dich über das zu freuen, was du ja erhälst! Dadurch machst du die Erfahrung, dass jede Entscheidung mit einem Verlust einhergeht und du mit der Zeit regelrecht eine Verlustangst entwickelst und dadurch keine oder sogar schlechte Entscheidungen fällst. 

 

Schlechte Entscheidungen treffen wir vor allem immer dann, wenn wir den Vorteil einer Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt erlangen. Thema Abnehmen: Kurzfristig ist es meist mit mehr Schmerz verbunden und Verlusten, wenn wir nicht mehr schlemmen können. Langfristig würden wir die Benefits erlangen. Die Entscheidung für oder gegen etwas musst du SOFORT treffen, aber das Ergebnis oder den Erfolg gibt es erst später!

Wenn du wirklich absolut ernsthaft eine Entscheidung fällst, dann bedeutet dies, dass du dazu stehst und die Folgen dieser Entscheidung trägst. Das benötigt auch immer eine bestimmte Form des Selbstbewusstseins und der Selbstsicherheit. Wenn es darum geht, sich ein Schmuckstück auszusuchen, dann lebe damit, dass du es dir ausgesucht hast, egal, ob es anderen gefällt. Wenn du dich entscheidest, einen Halbmarathon zu laufen, dann passe deinen Alltag so an, dass du Zeit für das Training hast und nicht abends netflixt. Wenn du dich entschieden hast, dann solltest du auch entschieden handeln. Das bedeutet, bewusst etwas zu wählen und bewusst nach deiner Entscheidung zu handeln. 

Übrigens: “Keine Entscheidung zu treffen, wenn du eigentlich eine Entscheidung treffen solltest ist auch eine Entscheidung (frei abgewandelt nach William James, US-Psychologe).

 

Grundsätzliche Tipps für deine Entscheidungsfindung:

 

1) KURZE AUSZEIT 

Wenn du merkst, dass du in Stress gerätst, weil eine Entscheidung ansteht, dann zwinge dichn zu einer kurzen Pause und wenn möglich schlaf vielleicht sogar eine Nacht darüber. Das hilft vor allem, wenn es um Kaufentscheidungen geht. Es spart sogar manchmal richtig Geld. Denn mit etwas Abstand betrachtet, merken wir häufig, dass wir uns mit einem Kauf vielleicht nur belohnen wollten. 

2) FOKUS

Wir lassen uns häufig von Vermutungen, Meinung anderer, unseren Ängsten verunsichern. Sie sind natürlich auch zuweilen berechtigt. Doch grundsätzlich solltest du dich auf eine Entscheidung konzentrieren und bei Entscheidungen, die langfristige Konsequenzen haben die nötige Ruhe an den Tag legen. Ob du nun Kaffeemaschine 1 oder 2 kaufst wird in 20 Jahren niemanden mehr interessieren. Wie hoch du dich für ein Haus entscheidest und wo du es baust aber vermutlich schon. Also lange bedenkzeit bei langfristigen Entscheidungen. Bei Dingen, die keine zeitlich lange Relevanz haben eine Deadline für die Entscheidung setzen und dann los! 

3) VOGELPERSPEKTIVE

Dank der Vogelperspektive können wir gedanklich bewusst Abstand nehmen und meist hilft dieser Blick von Oben folgende Fragen zu beantworten: 

 

  • Was ist die Konsequenz deiner Entscheidung? 
  • Fällt eine Entscheidung in die ein oder andere Richtung wirklich gravierend ins Gewicht? 
  • Wie würde jemand anderes, der emotional nicht verbandelt ist mit der Situation entscheiden? 
  • Ist es ok für mich, meine Gefühle entscheiden zu lassen? 

(Übrigens munkelt man, dass es keine Entscheidungen ohne Gefühle gibt, denn auch rationale Entscheidungen treffen wir, weil wir durch sie ein bestimmtes Gefühl empfinden wollen (z.B. Sicherheit)) 

 

4) KOMPROMISSE

Es gibt nicht nur entweder und oder! Sei Kompromissbereit: Manchmal kann man auch zwei Dinge unter einen Hut bringen. Die Vollselbstständigkeit ist noch nichts für dich. Dann arbeite noch eine Weile zweigleisig. Sei aber ehrlich zu dir und ziehe den Kompromiss nur, wenn dir wirklich beides am Herzen liegt. Mach es nicht zwangsläufig für die anderen. Entscheide, was für dich passt! 

5) Versuche nicht alles “RICHTIG” zu machen! 

Es gibt bei Entscheidungen nicht den einen richtigen Weg. Das Wort „richtig“ klingt immer danach, als sei es der richtige Weg für alle Beteiligten und allgemeinfültig. Doch richtig bedeutet in diesem Fall vor allem, dass etwas für dich selbst richtig ist und vielleicht noch für deine engsten um dich rum – je nachdem, um welche Entscheidung es sich handelt. Je eher du akzeptierst, dass es auch Gegenwind gegen deine Entscheidung geben kann oder dass es immer auch Anteile geben kann, die du selbst nicht gut findest, aber es in dem Moment für dich das “richtige” ist/war, desto eher kannst du deinen Frieden finden. 

Einfacher bessere Entscheidungen treffen: 7 Methoden 

Je mehr Bedeutung du einer Entscheidung beimisst, desto schwieriger wird es sie zu treffen. Von außen betrachtet kann das für andere eine total kleine Entscheidung sein, doch wenn du ihr eine bestimmte Gewichtung gibst, dann kann es sein, dass du selbst bei kleinen Entscheidungen einfach nicht ins Tun kommst. Ich kann dir versprechen: Es gibt keine Zauberpille, die es dir einfacher macht, Entscheidungen zu treffen und häufig ist insbesondere das Fragen anderer nicht immer hilfreich. 

 

Was aber manchmal helfen kann: Jemand anderen entscheiden zu lassen (zumindest in der Theorie) und oft fühlen wir dann ganz intuitiv, ob wir damit d’accord gehen oder lieber doch die andere Wahl möchten. Ich habe für dich 7 Methoden für einfach bessere Entscheidungen zusammengefasst, die du beim nächsten Mal ausprobieren solltest, wenn du dich wieder einmal nicht entscheiden kannst. 

 

Welche dir dabei am besten hilft, ist sehr individuell. Manche schreiben lieber auf und wollen es analytischer, andere können sich Dinge besser vorstellen und wollen visuell durch jeden Ausgang einer Entscheidung gehen. Ich sag dann immer: Einfach machen. Du kannst auch gerne alle 7 für deine nächste Entscheidung anwenden und dann mal sehen, ob immer das gleiche rauskommt.  

1) Die Pro-und-Contra-Liste

Ich würde mal sagen: DER KLASSIKER! Die meisten Menschen kennen sie und du bestimmt auch. Hast du sie denn schonmal angewendet? Nein? Dabei ist sie so einfach! 

Nimm dir ein Blatt Papier und zieh  von oben nach unten einen Strich in der Mitte runter. Auf die linke Seite schreibst du “PRO” auf die rechte Seite schreibst du “CONTRA”. Danach fängst du an aufzuschreiben, was FÜR (Pro) die Entscheidung spricht und was DAGEGEN (Contra). Bei zwei Entscheidungsmöglichkeiten machst du dies für beide. Häufig spiegeln sich dabei die Argumente. Was für das eine spricht, spricht gegen das andere usw.

Je mehr Entscheidungsmöglichkeiten es gibt, desto umfangreicher wird das Ganze, denn für jede Entscheidungsoption musst du eine seperate Liste machen.

Bei der Auswertung kann es schon sein, dass die reine Anzahl der Punkt dir einen Hinweis geben kann, ob die Entscheidung Sinn macht oder nicht. Aber einzelne Punkte können möglicherweise auch so schwer gewichtet sein, dass sie mehrere kleinere Punkte ausgleichen. 

 

2) Der Entscheidungspfeil

Der Entscheidungspfeil ist wie ein Pfeil aufgebaut und bietet dir wie bei einem Fußballturnier in einzelnen K.O. Runden die Möglichkeit Schritt für Schritt einzelne Optionen auszumerzen. Die schlechteste Variante pro Runde wird einfach eliminiert. und immer nur die besten kommen weiter. Am Ende bleibt eine Sieger Option. Ich finde das ganz praktisch, wenn es um Outfit Auswahl geht oder ähnliche.

Entscheidungsbaum

Entweder vergleichst du immer je zwei Optionen miteinander oder du betrachtest einfach alle vier bspw. und entscheidest welche 3, dann welche 2 denn weiterkommen sollen. 


Du kannst das Ganze natürlich auch mit einer Pro & Contra Liste ergänzen. Sprich bei jeder Gegenüberstellung machst du eine Pro & Contra Liste, um zu entscheiden, ob zB A oder B weiterkommt. 

 

3) Frage dein inneres Team

Ich nenne es inneres Team, andere nennen es inneren Vorstand. Das sind imaginäre Personen oder auch reale Personen, die dich beraten können. Stell dir vor, du bist ein CEO eines Unternehmens und hast eine Firmenentscheidung zu treffen. 

 

Dann würdest du vielleicht deinen Experten für Finanzen fragen, deinen Bankberater usw. In meinem inneren Team bzw. Vorstand sitzt zum Beispiel mein Papa und auch ein Promi und ansonsten auch eine perfekte Version von mir. Es macht mir sehr viel Spaß, das spielerisch anzugehen. 

 

Auch die Frage: Was würde ich einer guten Freundin raten, wenn sie vor derselben Entscheidung stünde? Du zwingst dich damit zu einem Perspektivwechsel. Außerdem kommt dazu ein toller Effekt. Denn meist ist es uns bei der Projektion auf andere Menschen viel klarer, was das beste wäre. Das kannst du also hervorragend nutzen. 

4) Mindmapping

Ich bin ein riesen Fan von visuellen Darstellungen. Daher mag ich Mindmaps auch total. Ich nutze Mindmaps sogar häufig, um meine Blogposts vor dem Schreiben zu strukturieren. 

Als Entscheidungshilfe ist eine Mindmap ebenso geeignet. 

 

  1. Du startest mit der Entscheidung, die getroffen werden soll (z.B. Autokauf) und schreibst dies in die Mitte eines Blattes. 
  2. Von dieser Bubble zeichnest du nun die sog. Hauptstränge ab für jede mögliche Alternative. (z.B. Opel Astra, Peugeot 308, Hyundai i40, usw.) 
  3. Von jedem Hauptstrang gehen wieder weitere Stränge ab, die du zB mit Pro & Contra beschriften kannst. 
  4. Zum Schluss folgt die Bewertung der einzelnen Pfade und Äste und ihrer entsprechend positiven und negativen Argumente. Voilà – fertig ist die Entscheidungs-Mindmap.
Entscheidungsmindmap

Ich liebe die Übersicht, die man dadurch gewinnt! Du könntest über die Dicke der Äste oder mit Farben die Gewichtung der einzelnen Optionen noch ergänzen. 

5) Die Worst Case-Methode vs. Best Case-Methode

Eine der wichtigsten Fragen bei Entscheidungen ist die Frage nach dem Worst Case und dem Best Case. Auch hier geht es wieder um deine Vorstellungskraft. Du spielst einmal gedanklich durch, was passiert, wenn nach deiner Entscheidung wirklich der allerschlimmste Fall eintritt und alternativ eben, was im aller, aller besten Fall passieren könnte. 

Du kannst natürlich auch komplett aufschreiben, wie die jeweilige Variante aussähe. Oftmals ist der Worst Case gar nicht so wild, wie wir denken und du kannst dir für diesen zum Beispiel auch schon Lösungsmöglichkeiten überlegen, die dir helfen, aus dem Worst Case das beste zu machen! Du darfst bei dieser Methode einmal kurz in die Schwarzmalerei gehen und in die Schönmalerei 😀 Ganz gewollt und bewusst! 

 

Worst Case Szenario

6) Stell dir die richtigen Fragen

Coaching besteht im Prinzip aus dem Stellen der richtigen Fragen. Diese darfst du dich auch selbst stellen! Wichtig ist: Bei den Antworten gilt es, absolut ehrlich zu sich zu sein! Nachfolgend findest du einige Fragen, die dir helfen können, dich zu entscheiden: 

  • Was will ich wirklich, wirklich?
  • Was sagt mein Herz? Was sagt der Kopf?
  • Warum will ich das eigentlich?
  • Muss ich mich überhaupt entscheiden oder geht auch beides?
  • Bin ich generell gerade ehrlich zu mir selbst?
  • Habe ich alle möglichen Alternativen geprüft?
  • Was sind die Konsequenzen und könnte ich mit diesen leben?

 

7) Die Future Self-Methode a.k.a 10-10-10 Methode

Ich liebe es, mich mit meinem sog. Future Self zu verbinden. Meinem ICH in ein paar Jahren! Suzy Welch hat das Ganze auch als das 10-10-10-Modell betitelt bzw. verfeinert.  Es besteht aus 3 simplen Fragen: 

  • Wie denke ich über meine Entscheidung in 10 Minuten? 
  • Wie denke ich über meine Entscheidung in 10 Monaten?
  • Wie denke ich über meine Entscheidung in 10 Jahren? 

 Mega simpel, aber super hilfreich um gerade die langfristigen Konsequenzen einmal zu betrachten. Gerade bei einem anstehenden Jobwechsel oder Umzug kann das total helfen.

 

Wer entscheidet eigentlich besser? Der Kopf oder der Bauch?

 

Es werden vor allem immer die Menschen gelobt, die ganz analytisch und kritisch an Entscheidungen herangehen und sich nicht nur auf ihre Intuition verlassen!  Spannend ist tatsächlich, dass es die Theorie gibt, dass selbst solche Entscheidungen mit Gefühlen kombiniert sind, denn jeder Gedanke löst immer auch ein Gefühl in uns aus. 

Nicht umsonst fühlen sich manchmal die in der Theorie oder von Außen betrachteten Entscheidungen viel logischer an, doch irgendetwas in uns sträubt sich! Das nennt man  kognitive Dissonanz. Das ist ein zustand, der immer dann entsteht, wenn unser Verstand wir mit Erfahrungen/Eindrücken, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünschen oder Absichten konfrontiert werden, die nicht mit dem übereinstimmen, was wir als gut empfinden. Es entsteht ein negatives Gefühl und wir können uns nicht mehr entscheiden. Du willst gerne auf ein Konzert von deinem Lieblingsstar. Bist aber auf einer Hochzeit eingeladen. Du weißt es gehört sich nicht, bei einer Hochzeit abzusagen, aber es wird das ALLERletzte Konzert deines Stars für IMMER sein. Genau hier kommst du mit analytischem Verstand nicht weiter! Du wirst irgendwann eine Bauchentscheidung treffen müssen. 

Eine Lösung in solchen Fällen könnte übrigens auch immer der Kompromiss sein. Du gehst nachmittags in die Kirche und abends auf das Konzert (oder ähnliches).

Fazit: 

Das Entscheidungsfindung ist super individuell. Wenn du merkst, dass es dir grundsätzlich sehr schwer fällt, dich zu entscheiden, rate ich dir wirklich dringend, dich mit meinen oben genannten Tipps und Methoden auseinanderzusetzen. 

Je häufiger du dir bei großen Entscheidungen damit Abhilfe schaffst, desto mehr steigt deine sog. Entscheidungskompetenz, also die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Mit steigender Entscheidungskompetenz wird es dir einfacher fallen, dich auch im kleinen zu entscheiden und auch alltägliche Dinge schneller zu entscheiden.